1946 – 1960

Kriegsende und Neuanfang

Endlich ging das grauenhafte Völkermorden zu Ende. Präsident Edy Vögeli sagte ein seinem Jahresbericht: Nun hat dieses Frühjahr der grausamste aller Kriege sein Ende gefunden. Wohin man blickt, nichts als Zerstörung, Elend, Hunger und Not. Die schönsten Städte Europas in Schutt und Asche. Und mitten drin wie durch ein Wunder die unversehrte Schweiz, unsere Heimat. Wir sollen daran denken und daher auch danken.

hinten: H. & P. Stutz, P. Wellauer, E. Weideli, J. Wyrsch, A. Wyrsch, W. Dändliker, M. Appel, H. Geissbühler, H. Zollinger

vorne: Mr. X, R. Stocker, H. Weber, E. Müller, K. Ineichen (Trainer)

Erstes Garderobengebäude

Noch im selben Jahr wurde eine Baukommission für das Garderobengebäude bestellt, mit E. Klaus als Präsident und O. Klaus als umsichtiger und versierter Kassier. Als Architekt konnte Herr A. Urech, Männedorf, verpflichtet werden, der vorerst ein Vorprojekt mit Kostenvoranschlag ausarbeitete. Diese Unterlagen dienten als Basis für das Subventionsgesuch an den Sport-Toto. Leider vergeht für die Prüfung der zahlreichen Gesuche immer sehr viel Zeit, so dass wir im März 1946 wieder eine schriftliche Anfrage nach Zürich abgehen liessen und um Auskunft über den Stand der Angelegenheit baten. Wir wollten den Bau noch unbedingt vor Jahresende unter Dach bringen und ersuchten um provisorische Baubewilligung. Bis aber der erste Spatenstich getan werden konnte, verging noch viel Zeit. Viel Schreibarbeit wurde notwendig, angefangen beim zusätzlichen Landkauf von 216 m2, den Beitragsgesuchen an den Gemeinderat und die Schulpflege usw.

Der vom Architekten erstelle Kostenvoranschlag sah Baukosten von Fr. 22‘500.-- vor, und die Subvention vom Sport-Toto war mit Fr. 12‘500.-- zugesichert. Der Finanzierungsplan sah Beiträge der Gemeinde von Fr. 2‘000.-- vor, ferner Frondienstarbeiten unserer Mitglieder plus Bar-Leistungen des Vereins von Fr. 5‘500.--, so dass ein Darlehen von Fr. 3‘000.-- nötig war. Diese Rechnung wurde dann allerdings über den Haufen geworfen, als es sich herausstellte, dass die verschiedenen vorgenommenen Änderungen und Verbesserungen – Innenausstattung sowie die inzwischen eingetretene Teuerung – einen Mehraufwand von annähernd Fr. 4‘500.-- ausmachte. Zum Beitrag des Gemeinderates von Fr. 2‘000.-- legte die Schulpflege von Fr. 500.-- bei, und selbst der Architekt erliess von seinem ihm nach Tarif zu Recht zukommenden Honorar von Fr. 1‘850.-- stolze Fr. 850.--, so dass er nur mit dem recht bescheidenen Betrag von Fr. 1‘000.-- vergütet wurde (keine 4 %). Der genaue Abrechnungsbetrag belief sich auf Fr. 27‘530.--.

Die Seniorenabteilung, die sich als recht erfinderisch im Erschliessen neuer Einnahmequellen entpuppte, übernahm die Durchführung eines Bockabends, der am 15. Februar 1947 im Restaurant Bahnhof stattfand und einen Reinertrag von Fr. 655.50 abwarf. Der Betrag von Fr. 500.-- wurde dem Baufonds zugewiesen, Fr. 100.-- in die Clubkasse und der bescheidene Rest in die Seniorenkasse. Durch Erhöhung der bestehenden Hypothek unter Einschluss des Garderobengebäudes von Fr. 3‘500.-- auf Fr. 8‘000.-- wurde der noch fehlende Betrag aufgebracht.

Vereins-Ausflüge

Im August 1946 erhielt der FC Stäfa erstmals Auslandsbesuch, und zwar gastierte die starke holländische Mannschaft aus Dordrecht in Stäfa. In regelmässigen Abständen wurden nun solche Auslandreisen organisiert. Über die Pfingsttage 1947 reiste der FC Stäfa ins Tulpenland nach Dordrecht. An Pfingsten 1951 erhielten die Stäfner Besuch aus Hedelfingen (Deutschland). 1955 gastierte man in Kopenhagen und in der Tulpen-Blütezeit 1955 erfolgte eine zweite Hollandfahrt.

hinten: E. Weideli, A. Gysler, H. Lenz, H. Zollinger, G. Kaufmann

vorne: P. Schmucki, W. Dändliker, R. Meier, W. Egli, Studer, H. Huber

Juniorenfonds

Der Junioren-Schuhfonds sowie ein Spezialfonds für Junioren-Tenues erfüllten ihren Zweck vollauf und gestatteten, an die Junioren namhafte Beiträge auszurichten. Sie erleichterten vielen jungen Leuten den Eintritt in die Juniorenabteilung ganz wesentlich.

Auf den aus „alten Kämpen“ neu zusammengesetzten Vorstand fielen fortan weitere Aufgaben: Die gründliche Überholung des Fussballterrains, die bessere Auswertung des „Chlausspiels“ sowie die Vorbereitung und Durchführung eines Grümpelturniers.

hinten: Schmucki, Geissbühler, Egli, F. Wyrsch, Weideli, Meier, K. Wyrsch, Dändliker, (Kym)

vorne: H. Lenz, Stengel, Studer, G. Kaufmann, H. Huber

Das 1. Stäfner Dorf- und Grümpelturnier

1949 fand das erste Stäfner Dorf- und Grümpelturnier statt. Eine neue Veranstaltung im Stäfner Fussballkalender mit durchschlagendem Erfolg, der noch viele Austragungen bis in die heutige Zeit folgen sollten.

hinten: Mosimann, Pfister, Vernier, K. Stutz, H.Huber, Bosshard,

vorne: Mr. X, Venzi, W. Zimmermann, Schwaninger, M. Zimmermann 

Die zweite Ausgabe erfolgte nur zwei Jahre später 1951 bei bestem Wetter. Die Rangverkündigung begann unter den Klängen der Verena-Musik mit der Einfahrt des reichbefrachteten Gaben-Zweispänners (Wagen gezogen mit 2 Pferden). Diese Veranstaltung, für Stäfa eine Neuheit, schlug kräftig ein, so dass seither fast alle zwei Jahre (seit 1967 alle Jahre) dieses beliebte „Volksfest“ durchgeführt wurde. Als ältester Teilnehmer wirkte damals in der Mannschaft des Männerchors unser geschätzter Veteran Walter Baumann mit.

Die Bemühungen für die Durchführung des Grümpelturniers 1951 wurden mit Einnahmen von Fr. 886.30 belohnt. Zusammen mit dem Ertrag aus dem Sylvester-Chlausspiels, welche erstmals den Betrag von Fr. 450.-- überstiegen, konnte ein weiterer Abbau der Hypothekarschuld vorgenommen werden.

Sanierung und Erweiterung des Sportplatzes Frohberg

Im Oktober 1951 reichte der FC Stäfa ein neues, revidiertes Subventionierungsgesuch über die Vergrösserung und gründliche Überholung des Sportplatzes ein. Es fällt auf, wie oft der Platz wieder instand gestellt werden musste. Dies ist verständlich, wenn man weiss, dass kein Trainingsplatz vorhanden ist und das einzige Terrain über Gebühr beansprucht worden ist. Kostensumme der Vergrösserung: Fr. 16‘700.--. Die vom Club aufzubringenden Mittel inbegriffen Fronarbeiten: Fr. 7‘000.--, unser Gesuch an den Sport-Toto: Fr. 9‘700.--. Nach mündlicher Zusicherung des Betrages konnten die Arbeiten in Angriff genommen werden. Präsident der Baukommission war wiederum E. Klaus und Leiter der Arbeiten war Gartengestalter W. Mailänder, welcher die nicht immer befriedigenden Arbeiten – entgegen entstandener Gerüchte – für ein Trinkgeld erledigte. 

Zur Arrondierung des Eigentums mussten von F. Oberholzer zudem noch 17 m2 Wiesland gekauft werden, welches dem Verein zum Pauschalpreis von Fr. 50.-- überlassen wurde. 

Um den Platz zu schonen (vom Regional-Komitee und von der Sport-Toto-Kommission gefordert), musste der FC Stäfa 12 Spiele auswärts austragen. Daraus resultierten natürlich Matcheinnahmen-Ausfälle, so dass die finanzielle Lage des Vereins ziemlich angespannt war.

Endlich konnte auch die Baurechnung abgeschlossen werden. Nach dem Besuche einer gemeinderätlichen Delegation unter Präsident Edwin Pünter, den Herren Gohl und Stutz und dem Gemeindeschreiber F. Stolz auf dem Sportplatz und der Inspektion der ausgeführten Arbeiten erklärte sich der Gemeinderat bereit, sich an den Kosten mit Fr. 1‘500.-- zu beteiligen.

Saisons 1951/52 bis 54/55

Saison 1951/52

Die Stäfner standen mit einer 2. Liga, einer 3. Liga und einer Juniorenmannschaft im Kampf um die Punkte im Einsatz. Die Senioren begnügten sich wie bis anhin mit Freundschaftsspielen. 

Saison 1952/53

Abstieg der 1. Mannschaft in die 3. Liga, nach Entscheidungsspiel gegen Blue Star II 0:1 verloren.

Saison 1953/54

Gruppenzweiter, 1 Punkt hinter Dübendorf, das in die 2. Liga promovierte.

Saison 1954/55

Die Gruppenmeisterschaft 1954/55 wanderte wieder einmal nach Stäfa. Der extra von Paris eingeflogene linke Flügel (Hans Huber) konnte jedoch den Aufstieg in den Entscheidungsspielen auch nicht bewerkstelligen. 

Saison 1955/56

Für die in Aussicht genommene Erstellung einer Platzbeleuchtung, eines neuen Ballfängers sowie einer neuen Umzäunung des Platzes aus Gasrohren wurde neuerdings eine Eingabe an die Sport-Toto-Subventions-Kommission gestartet. Diese Arbeiten konnten im Herbst 1956 ausgeführt werden und erforderten einen Betrag von total Fr. 10‘323.15. Durch den günstigen Einkauf der Rohre und den Beitrag von Sport-Toto wurde die Clubkass nur mit Fr. 2‘525.15 belastet.

Die 1. Mannschaft wurde Gruppenmeister 3. Liga, nach zwei Aufstiegsspielen 3 Punkte, und im Entscheidungsspiel gegen Dietikon in der Verlängerung 3:4 verloren.

Grümpelturnier auf dem „Eisfeld“, Gebiet zwischen Lanzeln und EW Stäfa,  im Jahre 1956

Jury Wagen


Grümpi-Mannschaft

Saison 1956/57

 

Teamfoto Junioren / Match gegen Wädenswil 2 (4:3) vom 02.09.1956

hinten: W. Ullmann, Mr. X, Mr. X, W. Dändliker, K. Wissmann, R. Stocker

vorne: W. Zimmermann, J. Börmann, M. Appel, K. Stocker, H. Sigg

Im Februar 1957 sah sich der Vorstand neuerdings veranlasst, an den Gemeinderat ein Beitragsgesuch zu richten, da die Kasse die letzten grossen Auslagen nicht verkraften konnte. Anfang September traf dann die erfreuliche Meldung ein, dass sich die Gemeinde mit Fr. 2‘000.-- an der Platzerweiterung beteiligen werde.

Auch in dieser Saison wurde der Wiederaufstieg in die 2. Liga anvisiert, doch wieder ohne Erfolg. Wohl gelang abermals die Gruppenmeisterschaft, doch in den Aufstiegsspielen versagten einzelne Spieler, sei es in nervlichen Belangen oder in disziplinarischer Hinsicht, so dass das gesteckte Ziel nicht erreicht werden konnte.

Saison 1957/58 Auch dem 4. Grümpelturnier vom 3./4. August 1957 war ein voller Erfolg beschieden. Beteiligung: 30 Mannschaften, finanzielles Ergebnis: Fr. 1‘651.95 Überschuss. 

Erneut Gruppenmeister, jedoch steigt Höngg auf.

hinten: H. Hanselmann, R. Sigg, P. Müller, K. Stutz, Mr. X, Zimmerli, E. Blickle, Bräm, Mr. X

vorne: R.Stocker, K. Hauser, Mändli, Dändliker, W. Zimmermann, B. Hanselmann

Saison 1958/59

Um den Sportplatz auf dem Frohberg zu schonen, mussten sämtliche Spiele auswärts ausgetragen werden. Die grossen Einbusse an Matcheinnahmen bewog den Vorstand, den bisher auf Fr. 8‘000.--lautenden Schuldbrief auf Fr. 10‘500.-- zu erhöhen. Die Zinserhöhung und die jährlichen Amortisationen brachten den Verein finanziell in eine unangenehme Lage. Glücklicherweise konnte im August 1960 der Schuldbrief im Betrage von Fr. 10‘000.-- von der Bank Leu & Co. Durch ein zinsloses Darlehen der Gemeinde Stäfa abgelöst werden. Stäfa, Neumünster und Red Star punktgleich im 1. Rang. Sieger wurde Red Star, das sich im Entscheidungsspiel durch acht Inter-Junioren verstärkte und dann schliesslich in die 2. Liga aufstieg. Die A-Junioren waren sehr erfolgreich und erreichten den Gruppensieg (siehe Teamfoto).

Saison 1959/60

FC Stäfa (3. Liga) auf dem 2. Tabellenplatz.